1 Einleitung
1.1 Was ist der FRIESE1.2 Was ist das Besondere am FRIESE
1.3 Einsatzgebiete des FRIESEN
1.4 Systemvoraussetzungen
1.1 Was ist der FRIESE?
Der Friese ist ein in Java entwickelter HTTP-Server für Internet und Intranet. Mit ihm ist es ohne großen Aufwand möglich, Datenbestände aus Datenbanken abzufragen, neue Daten einzufügen oder den Datenbestand zu modifizieren. SQL-Kommandos können innerhalb von speziellen Tags, die vom Webserver "verstanden" werden, direkt in eine HTML-Datei geschrieben werden. Ergebnisse von Abfragen werden direkt formatiert und ausgegeben. Andersherum ist es natürlich ebenso möglich, SQL-Befehle an die Datenbank zu schicken, um beispielsweise Eingaben des Benutzers in die Datenbank einzufügen.
Zur Kommunikation im Intranet oder Internet besitzt der Friese weitere Funktionen: zur Verarbeitung und Umleitung von Faxen, zum Senden und Empfangen von E-Mails oder SMS sowie weitere Werkzeuge zur Kommunikation, beispielsweise einen Chat.
Um diese Möglichkeiten zu nutzen, werden neben den normalen HTML-Tags zusätzliche Tags in die HTML-Seite eingefügt, die der Friese versteht und nun dynamisch HTML-Seiten generiert, die auf der Clientseite vom Browser gelesen werden können.
1.2 Was ist das Besondere am Friesen?
Der Friese ist komplett in der Programmiersprache Java geschrieben. Der Grund dafür ist die netzwerkorientierte Struktur von Java, mit der diese Sprache zu einem idealen Kandidaten für Client-Server-Anwendungen wird. Java kann außerdem als plattformunabhängiger Client für Datenbanken benutzt werden. Wegen der Plattformunabhängigkeit muss man sich keine Gedanken über betriebssystemabhängige Fragestellungen machen. Das ermöglicht eine einfache Installation innerhalb bestehender Firmennetze mit unterschiedlichen Betriebssystemen. Vorhandene EDV-Einrichtungen können dabei weitergenutzt werden. Der Friese beinhaltet alle Java-typischen Strukturen und kann alle implementierten Funktionen nutzen.
Für jede Anfrage eines Clients startet der Friese einen eigenen Prozess, der wieder geschlossen wird, sobald die Abfrage bearbeitet ist. Dies hat den Vorteil, dass Programmabbrüche unproblematisch sind. (Im Gegensatz dazu startet der Apache-Webserver für jede Anfrage einen Kindprozess.)
Die grafische Anwenderschnittstelle für den Friesen ist der Webbrowser. Die Webseiten des Friesen haben die Dateiendung .whtml. Dieses Format unterscheidet sich von HTML lediglich dadurch, dass die speziellen Friese-Tags eingefügt sind. Diese Tags werden vom Friesen interpretiert und sorgen für die erweiterte Funktionalität der whtml-Seiten. Auch die Nutzung von Templates wird vom Friesen unterstützt.
Ein großer Vorteil des Friesen ist, dass man ohne den Einsatz von Skriptsprachen, sondern alleine mit HTML und SQL dynamische Webseiten entwickeln kann. Desweiteren kann man aber auch Javaklassen schreiben, die dann serverseitig ausgeführt werden.
1.3 Einsatzgebiete des Friesen
Der Friese verfügt über alle Funktionen eines klassischen Webservers. Er stellt einem anfragenden Client (Browser) Daten in Form von HTML-Seiten zur Verfügung und unterstützt die Ausführung von cgi-Scripten oder JavaApplets und Servlets. Er besitzt Möglichkeiten zur Zugangsbeschränkung und kann auf verschiedene IP-Ansprachen unterschiedlich reagieren (virtual host).
Neben diesen Funktionen zeichnet sich der Friese durch seine komfortable Unterstützung von Datenbankzugriffen aus. Aus den Webseiten heraus kann direkt mit SQL-Kommandos auf Datenbanken zugegriffen werden. Damit sind gesicherte Zugriffe beispielsweise auf die firmeneigene Datenbank von weltweit jedem Webbrowser aus möglich.
Weiterhin kann der Friese Bilder digitaler Kameras verarbeiten und ist damit zur Implementierung von Video-Überwachungssystemen bestens geeignet. Firmengelände genauso wie Schalterhallen von Banken können vom entfernten Arbeitsplatz (etwa von zu Hause aus) kontrolliert werden.
Die Kommunikationsfunktionen sowie die Betriebssystemunabhängigkeit empfehlen den Friesen für heterogene Netzwerke. Netzunabhängig ermöglicht der Friese einen anwenderfreundlichen Direktzugriff auf verschiedene SQL-Datenbanken.
1.4 Systemvoraussetzungen
Der Friese ist in der Programmiersprache Java geschrieben. Dadurch ist er ohne Änderungen im Programmquelltext auf jedem Betriebssystem (Linux, Windows, Mac) lauffähig. Voraussetzung ist ein installiertes Java Runtime Environment (JRE) oder das Java Development Kit (JDK). Eines dieser Programme wird benötigt, um den Java-Code für dieses Betriebssystem zu "übersetzen" . Das JRE für gängige Systeme ist im Lieferumfang des Friesen enthalten.
Als Schnittstelle zum Anwender wird ein Browser benötigt. Diese Programme sind ebenfalls für alle Betriebssysteme erhältlich und gehören zur Standardausrüstung eines jeden Rechners. Zur Bearbeitung und Neuerstellung von HTML-Seiten genügt ein einfacher Texteditor (Notepad, Write, vi). Das komplette Friese-Paket benötigt ca. 10 MB Speicherplatz auf der Festplatte. Als Arbeitsspeicher werden mindestens 16 MB empfohlen.
Clients (Rechner, die über ein Netzwerk Anfragen an den Friesen stellen wollen) brauchen nur einen Browser. Bei zu langsamen Client-Rechnern kann sich der Bildaufbau stark verzögern. Dies tritt auch bei der Übertragung großer Datenmengen über zu leistungsschwache Netzwerke auf.